Heidelberger Elterntraining

Das Heidelberger Elterntraining zur frühen Sprachförderung wurde von Dr. Anke Buschmann (ZEL-Heidelberg, www.zel-heidelberg.de) speziell für Eltern von zwei- bis dreijährigen Kindern mit verzögertem Spracherwerb entwickelt. Diese Kinder („Late Talkers“) beherrschen mit 24 Monaten weniger als 50 Wörter und keine Zweiwortsätze. Ziel ist die sprachliche Förderung des jungen Kindes durch eine intensive Anleitung der engsten Bezugspersonen zu einem sprachförderlichen Umgang mit dem Kind. In einer kleinen Gruppe lernen die Eltern einerseits, wie sie ihr Kind im alltäglichen Umgang sinnvoll sprachlich anregen können und andererseits, wie sie bestimmte Situationen gezielt sprachförderlicher gestalten können.
Die Wirksamkeit dieses Elterntrainings wurde im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie nachgewiesen (weitere Informationen unter www.fruehinterventionszentrum.de/forschung/). Die Durchführung einer logopädischen Therapie erübrigt sich im Alter ab 3 Jahren bei einem grossen Teil der teilnehmenden Kinder (gemäss Forschungsergebnissen 75%).

Organisation

  • Vor der Kursteilnahme findet die Überprüfung der sprachlichen Fähigkeiten des Kindes statt. Mit den Eltern wird ein persönliches Vorgespräch geführt
  • Das Training enthält 7 Sitzungen zu je 2 Stunden, die in ein- bis zweiwöchigen Abständen stattfinden
  • Nach einem halben Jahr gibt es eine dreistündige Nachschulung
  • Das Training findet in einer Kleingruppe von 5 – 10 Teilnehmenden (Elternpaare oder Einzelpersonen) ohne Kinder statt
  • Zu jeder Trainingseinheit erhalten die Teilnehmer schriftliches Material
  • Die Kinder weisen eine Sprachentwicklungsverzögerung auf (keine globale Entwicklungsverzögerung) und sind vor Kursbeginn jünger als drei Jahre alt
  • Der kognitive Entwicklungsstand sollte vor Auswahl der Kinder nach Möglichkeit durch die Heilpädagogische Früherzieherin oder den Kinderarzt mittels standardisiertem Verfahren eingeschätzt werden. Wichtig ist dabei vor allem die Einschätzung der nonverbalen kognitiven Fähigkeiten
  • In der Regel findet eine Nachkontrolle jedes Kindes statt
  • Das Elterntraining wird ausschliesslich von zertifizierten Fachleuten durchgeführt

Inhalt und Ziele

Das Ziel der ersten sieben Sitzungen ist, Grundsätzliches über den Spracherwerb zu erfahren, mit anderen Eltern auszutauschen und zu erkennen, wie geteilte Aufmerksamkeit geschaffen werden und mit welchen Rückmeldungen/Frageformen die kindliche Sprache zu Hause gezielt angeregt werden kann. Der Einsatz gezielter Sprachlehrstrategien wird geübt. Ebenso wird die Sprachförderung in alltäglichen Situationen und im gemeinsamen Spiel besprochen. Der Umgang mit Medien, Sprachrhythmus, Reime und Fingerspiele sind Themen.

In der Nachschulung werden die Bedeutung der mundmotorischen Fähigkeiten für die Lautbildung aufgezeigt und einzelne neue Sprachlehrstrategien eingeübt.

Die Inhalte werden folgendermassen vermittelt:
Präsentationen der Trainingsleiterin, gemeinsames Erarbeiten und Üben in Kleingruppen, Videoillustrationen und häusliches Üben.

Termine

Die acht Kurstermine erfolgen in Absprache mit den Eltern und erstrecken sich über neun Monate.

Auskunft und weitere Informationen

erhalten Sie unter info@interaktionstraining.ch